Hinweise für studentische Projekte

1.      Allgemeine Verantwortlichkeit gegenüber Informanten. Sie sollten die Rechte, Interessen, Einstellungen und Privatsphären der Leute respektieren, von denen Sie Informationen erhalten (‘Informanten’). Außerdem sollten Sie Identitätsdetails, unter anderem kulturelle Herkunft, Geschlecht und Alter, berücksichtigen und respektieren. Versuchen Sie, von diesen Überlegungen ausgehend, eventuell verletzende oder störende Auswirkungen auf den Informanten, sein Leben oder seine Umgebung zu vermeiden, sowie jegliche Form von Stress, Aufdringlichkeit und echter oder empfundener Ausbeutung zu unterbinden. Denken Sie daran, dass unterschiedliche Kulturen andere Auffassungen davon haben können, was und was nicht akzeptabel ist. Aufgrund unterschiedlicher Einstellungen, z.B. im Bereich Religion oder Sexualität, könnten diesbezügliche Fragen in manchen Ländern (oder auch nur einigenTeilen mancher Länder) als anstößig aufgefasst werden.

2.      Zustimmung zur Verwendung von Informationen. Sie müssen diese Zustimmung von derjenigen Person einholen, die Ihnen Daten, gleich ob mündlich oder schriftlich, zur Verfügung stellt. Daher sollten Sie Ihre Informanten im Voraus über Ihr Projekt in Kenntnis setzen, insbesondere über derartige Aspekte, welche die Bereitschaft zur Beteiligung einschränken könnten. Das sind z.B. Aspekte bezüglich Ihres Ziels, welche Art von Informationen Sie benötigen, wieviel Zeit Sie dafür beanspruchen und wie vertraulich Sie die Identität des Informanten – falls notwendig oder erwünscht – behandeln. Für den Fall, dass Informanten unter 18 Jahre alt sind, müssen Sie zusätzlich das Einverständnis der Eltern einholen. Wenn Sie junge Menschen in (z.B.) einer Jugendgruppe oder einer Schule in Ihr Projekt mit einbeziehen wollen, sollten Sie höflichkeitshalber der/den zuständigen Person/en einen Entwurf Ihres Projektes (und eine Kopie des Fragebogens, der Interviewfragen, usw.) zeigen und sie um ihr Einverständnis bitten. Es ist wünschenswert, dies in schriftlicher Form zu haben. Bitte tun sie dies in jedem Fall, egal ob sie bei der jeweiligen Institution angestellt sind oder nicht.

3.      Akzeptanz der Entscheidung gegen eine Beteiligung. Informanten haben das Recht, sich gegen die Beteiligung an Ihrer Recherche zu entscheiden, auch wenn sie zunächst zugesagt haben. Am sinnvollsten ist es, das Projekt so zu planen, dass es nicht nur von ein   oder zwei Personen abhängig ist.

4.      Vertraulichkeit und Anonymität. Sollten Sie keine Genehmigung haben, die befragten Personen namentlich zu nennen, dürfen diese in Ihrer Arbeit nicht identifizierbar (Vertraulichkeit) sein. Desweiteren dürfen Sie unter keinen Umständen tatsächliche Namen verwenden (Anonymität). Sie sollten versuchen, die Möglichkeiten der Identifizierung weitestgehend einzuschränken, indem Sie persönliche Details wie Bilder, Filmausschnitte und Tonaufnahmen vermeiden und den widerrechtlichen Zugang Dritter zu Daten auf Ihrem Computer oder in Ihren Unterlagen verhindern. Denken Sie daran, dass Daten, die auf einem an ein Netzwerk angeschlossenen Computer gespeichert sind, auf keinen Fall vor dem Zugriff von außen geschützt sind.

 5.  Täuschung und nicht offensichtliche Recherche. Jeglicher Versuch

     von  Täuschung ist inakzeptabel, da dies gegen die Prizipien der

     Informationszustimmung sowie das Recht auf Privatsphäre verstößt.

 6.   Förderer und Arbeitgeber. Wenn Ihr akademisches Projekt in Zusammenarbeit mit einer Agentur, Gruppe oder Firma entsteht, müssen Sie dieser normalerweise Ihre Aufzeichnungen zur Verfügung stellen. Dies könnte, u. a., auf einen Praktikumsbericht zutreffen, wodurch zusätzliche Problematiken der Vertraulichkeit auftreten können. Daher müssen die Arbeitgeber / Förderer darauf hingewiesen werden, dass Ihre Arbeit als akademisches Resultat bewertet wird und demzufolge akademischen Anforderungen und Abgabeterminen unterliegt. Sollte es Fragen oder Unklarheiten geben, wenden Sie sich bitte an das Department of European Languages, University of Wales, Aberystwyth.

Dieses Dokument ist die Übersetzung einer Adaption der Recommendations for good practice in Applied Linguistics student projects © BRITISH ASSOCIATION FOR APPLIED LINGUISTICS, die unter http://www.baal.org.uk eingesehen werden können.